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GUSTAV NAGEL


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebte der "tempelwechter, wanderprediger und friedensapostel, fon gottes gnaden", Gustav Nagel, in Arendsee. Er war als Naturmensch und Vegetarier, sowie als Rechtschreibreformer im ganzen Land bekannt.

Auf seinem Seegrundstück errichtete Gustav Nagel einen Tempel in eigenwilligem Baustil mit steinernen Bänken, Grotten und Söulen. Teile seines Anwesens sind noch heute zu besichtigen.

"welche dame ist bereit, mit miramarendse einen
jungborn zu eröfnen, damit wir mit dem funde wucher
treiben können, welches got hir am arendse als heilwert
gab, es massiv goldig und stralend glänzend gesund
machend auszuprägen.              gustaf nagel"


Zeitungsannonce 1934 im Arendseer Wochenblatt

Gustav Nagel Lebensdaten

1874 28. März in Werben / Elbe geboren
1888 Beginn einer Kaufmannslehre in Arendsee
1890 Abbruch der Lehre wegen chronischem Nasen- und Rachenkatarrhs
Umstellung auf vegetarische Kost
1894 Briefwechsel mit Pfarrer Sebastian Kneipp,
Verordnung von Kaltwasserkuren
1898 Studium der Naturheilkunde,
Bau einer Erdhöhle bei Arendsee
1899 geht auch im Winter barfuss und leicht (mit einem Talar) bekleidet
1900 Entmündigung durch das Amtsgericht Arendsee
1902 Vorträge auf Volksversammlungen
Reise nach Jerusalem
1903 Aufhebung der Entmündigung
Rückkehr von der Jerusalem Reise
Aufbau eines Sonnen- und Brausebades in Arendsee
28. November Geburt der Tochter Klara, bereits am 6. Dezember verstorben
1904 16. Januar Heirat mit Anna Maria Konhäuser
1905 21. April Geburt des Sohnes Friedrich
1907 zeitweiliger Wohnsitz am Steinhuder Meer
1908 Scheidung der ersten Ehe
1910 Erwerb eines Seegrundstückes am Arendsee
1912 4. Juni Heirat mit Johanne Raith
1913 26. Februar Sohn Gottfried in Arendsee geboren
Beginn des Tempelbaus am Arendsee
1915 Feststellung der Wehruntauglichkeit
1916 20. Juli Sohn Johannes geboren
1918 2. August Sohn Adolf geboren
1922 "erste tempelbotschaft": "der mensch und seine bildung"
1924 Gedichtband "der motgengrus"
Gründung der "deutsch-kristlichen-mittelstands-folkspartei"
1926 Scheidung der zweiten Ehe
1929 Bau des Säulenaussichtstempels
1938 3. Mai Heirat mit Eleonore Teichmann
Verbot seiner Schriften erlassen
1939 Protest gegen Hitler
1940 Schließung seines Gartens durch NS-Behörden
1941 Scheidung der dritten Ehe
1942 Tempelanlagen werden durch die Hitlerjugend zerstört
1943 2. Juli Einlieferung in das KZ Dachau
1944 Überführung in die Nervenheilanstalt Uchtspringe
1945 Heimkehr nach Arendsee
herrichten des verwüsteten Grundstücks
1948 Friedensbotschaften an alle Kommandanturen
1949 März und Juli versuchte "Königskrönung" des Herzogs von Cumberland und Prinz Louis Ferdinand
1950 30. September wiederum Einlieferung nach Uchtspringe
1952 15. Februar in Uchtspringe gestorben
21. Februar Beisetzung auf dem Friedhof Arendsee

Publikationen erhältlich bei der Tourist-Info

Autor Titel Preis
Christine Meyer gustaf nagel -
Der Provokateur vom Arendsee
20,00
Reno Metz /
Eckehard Schwarz
gustaf nagel und arendsee
Bilder aus einer vergangenen Zeit
8,90
Reno Metz /
Eckehard Schwarz
gustaf nagel -
Der barfüßige Prophet vom Arendsee
15,00

Besuchen Sie seine Lebens- und Wirkungsstätte in Arendsee an der Seepromenade oder die Ausstellungen im Haus des Gastes in der Töbelmannstraße 1, im Heimatmuseum Arendsee, Am See 2 oder im Flair-Hotel "Deutsches Haus" in der Friedensstraße 91.

Wenn Sie sich intensiver mit Gustav Nagel auseinandersetzen möchten wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner:

Altmärkischer Heimatbund:
Frau Christine Meyer, T. 039384 / 98700

"gustaf nagel" Förderverein Arendsee Altm. e. V.:
Herr Uwe-Holger Idler, T. 03901.475287
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