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DIE GESCHICHTE DER STADT ARENDSEE
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Mit der Gründung des Benediktiner Nonnenklosters im Jahre
1184 beginnt die Geschichte der Stadt Arendsee. Der Bau des Klosters zog über Jahre
viele Handwerker und Händler an. DieZugewanderten ließen sich in der sogenannten
Kolonie nieder. Man unterschied lange Jahre zwischen dem Dorf Arendsee und der Kolonie
Arendsee.
Die Kolonie gewann schnell an Ausdehnung
und wurde 1280 zum Flecken erhoben und erhielt 1289 ihr erstes Stadt- bzw. Rathaus.
An diese Zeile erinnert noch der Straßenname „Koloniestraße“.
Unter Kurfürst Friedrich II.
von Brandenburg erhielt Arendsee 1457 das Stadtrecht.
Während des 30jährigen Krieges
(1618 – 1648) wurde die Stadt schwer geprüft. Achtmal wurde sie total ausgeplündert,
zeitweise war sie von ihren Bewohnern ganz verlassen. 200 Todesopfer forderte 1636
die Pest.
1685 gab es einen erneuten Seeeinbruch, der für Angst und Schrecken sorgte.
Von 1770 – 1790 war Arendsee Kreisstadt
mit 96 Gemeinden. Napoleon schlug die Stadt dem Königreich Westfalen zu. Nach dem
Sieg über Napoleon 1813 kam die Stadt wieder zu Preußen.
Am 26. Juli 1831 entstand
in der Brauerei Sanne Feuer. Der Wind begünstigte das Feuer und bis zum Abend lagen
147 Häuser in Asche. Es verbrannten die Pfarre, die Schule, die Johanniskirche,
das Hospital, das Magistratsbüro... Nur mit großer Mühe konnte verhindert werden,
dass die Klosterkirche ein Opfer der Flammen wurde. 1000 Menschen wurden obdachlos,
vier Bürger der Stadt fanden in den Flammen den Tod. Die Not der Stadt war so groß,
dass in ganz Deutschland für ihren Wiederaufbau gesammelt und gespendet wurde. Innerhalb
von drei Jahren wurde die Stadt neu aufgebaut.
Den Grundstein zu einem Kurort
legte man bereits 1872. In diesem Jahr gründete sich eine Aktiengesellschaft mit
der Absicht, am Ufer des Sees ein Kaltwasserheilanstalt zu errichten. Bereits nach
einem Jahr war das Kurhaus im Rohbau fertig. Der Kurbetrieb begann am 1. Juli 1874.
Leidenden, oder solchen, die sich dafür hielten, verabreichte man römische Kiefernade-,
Dampf-, Sol- und Wannenbäder.
Bis 1908 blieb Arendsee die
einzige Stadt in der Provinz Sachsen, die die Post für ihre Bürger noch mit der
Postkutsche erhielt.
Es dauerte noch 14 Jahre, bis Arendsee Anschluss an die
Reichsbahn erhielt. Erst im Dezember 1908 wurde die Kleinbahnstrecke eingeweiht.
Im Jahre 1913 wurde die Jugendherberge
als eine Stiftung des aus Arendsee stammenden königlichen Bauherrn Carl Töbelmann
erbaut.
Auf Anregung und mit maßgeblicher
Beteiligung des Arendseer Heimatmalers Fritz Gentsch wurde 1931 im Kreuzgang der
Klosterkirche ein Heimatmuseum eingerichtet.
Nach dem 1. Weltkrieg entwickelte
sich die Stadt durch Einrichtung von Pensionen und Hotels zu einem Luftkurort. Diese
positive Entwicklung brachte der 2. Weltkrieg wieder zum Stillstand.
Durch die Teilung Deutschlands
verlief dicht hinter Arendseedie Grenze zur Bundesrepublik Deutschland . Jahrelang
lag hinter der Stadt das sogenannte „Sperrgebiet“, das der Stadt gegenüberliegende
Seeufer durfte von Urlaubern nicht betreten werden. Als „Kur- und Urlaubsort der
Werktätigen“ entwickelte sich die Stadt seit Gründung der DDR 1949 unter „sozialistischen
Vorzeichen“. Am 1. August 1950 bekam Arendsee das Recht , die Bezeichnung Luftkurort
zu führen.
Eine 1976 mit viel Aufwand
und hohen Kosten gebaute Tiefenwasserableitung im See reinigt diesen und hält sein
Wasser sauber. Der See bleibt die Perle der Altmark. Seit 1069 wurden durch Beschluss
der Stadtverordnetenversammlung auf dem See keine Motorboote mehr zugelassen.
1989 kam die „Wende“, die
Grenzen fielen, unser geteiltes Deutschland war wieder ein Staat. Für die Bürger
unserer Stadt wurde dieses Jahr zu einem völligen Neuanfang. Die Stadt machte
in der kurzen Zeit durch die Initiative ihrer Bürger einen großen Sprung in
Richtung wirklicher Kur- und Tourismusqualität.
1993 wurde die Verwaltungsgemeinschaft
Arendsee und Umgebung mit der Stadt Arendsee und ihren Ortsteilen und weiteren 9
Gemeinden gegründet.
Die Übergabe der Ortsumgehungsstraße
1995 entlastet die Stadt Arendsee vom Durchgangsverkehr.
Die Eröffnung der Mutter-
und Kind Kurklinik im Mai 1996 im ausgewiesenen Kurgebiet der Stadt Arendsee ist
ein bedeutender Schritt in die Richtung eines zukünftigen „Bad Arendsee“.
Am 1. April 2004 übernimmt
die Luftkurort Arendsee GmbH die Geschäfte des Fremdenverkehrsbetriebes, der einst
kommunaler Eigenbetrieb war. Das Strandbad Arendsee, der Campingplatz „Am Arendsee“,
das Fahrgastschiff „Queen Arendsee“ und die Touristinformation gehören dieser GmbH
als wichtige touristische Einrichtungen der Stadt Arendsee an.
Nach der Gebietsreform entsteht am 1. Januar 2005 die Verwaltungsgemeinschaft Arendsee-Kalbe
mit Verwaltungssitz in Arendsee. Hierzu gehören nunmehr 23 Gemeinden mit insgesamt
ca. 13.500 Einwohnern. |
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